Philosophie

  

Eine Schwerhörigkeit ist mehr als ein technisches Problem!

Eine Hörbehinderung stellt Betroffene vor eine völlig neue Lebenssituation.

Viele Hörgeschädigte tun sich schwer mit der Akzeptanz ihrer Behinderung, vor allem wenn die Schädigung im Laufe des Lebens auftritt.

Oft vergehen von der ersten Diagnose bis zur Erstanpassung mit Hörgeräten Jahre. Und wenn eine Versorgung erfolgt ist, hat der Betroffene oft das Gefühl, die Hörprobleme vermehren sich, statt sich zu verringern. Denn trotz einer Versorgung mit Hörsystemen ist der neue Höreindruck nicht selten unbefriedigend und die Kommunikation von Missverständnissen und Peinlichkeiten geprägt. Häufig haben Betroffene sogar das Gefühl, ohne die Hörgeräte besser zu recht zu kommen, als mit ihnen. So landen viele Geräte da, wo sie nicht hingehören: In der Schublade.

Selbst wenn eine Gewöhnung an die Geräte möglich ist, bleibt die Kommunikation nicht nur im Störgeräusch unbefriedigend.

Dazu kommt, dass das „normal“ hörende Umfeld die Folgen von Schwerhörigkeit nicht versteht und Sätze wie: „Warum verstehst du nicht, du hast doch Hörgeräte?“ oder „ Warum ist dir das zu laut, du bist doch schwerhörig?“ keine Seltenheit sind. Der Betroffene fühlt sich dann oft nicht verstanden.

Wer aber von anderen verstanden werden möchte, muss sich erst einmal selbst verstehen.

Eine aktive Auseinandersetzung mit der Hörschädigung ist Voraussetzung für die Akzeptanz dergleichen und den adäquaten Umgang mit den Folgen der Kommunikationsbehinderung, die nicht nur den Hörgeschädigten, sondern auch den Kommunikationspartner betrifft. Der Kommunikationspartner kann aber nur auf den Betroffenen eingehen, wenn dieser in der Lage ist, seine Bedürfnisse an die Kommunikation eindeutig zu artikulieren.

In dieser Situation ist der Betroffene oft alleingelassen. In der Audiotherapie wird die Lücke zwischen der medizinischen Diagnostik,
  bzw. apparativen Versorgung und der neuen Lebenssituation geschlossen. Der Betroffene lernt seine Hörschädigung und die daraus resultierenden Folgen, sowie seine Möglichkeiten und Grenzen in der Kommunikation kennen und entwickelt ein realistisches Selbstbild. Soziale Kompetenzen werden gefestigt und führen zu einer besseren Gestaltung der kommunikativen und somit sozialen Situation und dadurch zu einem besseren Lebensgefühl.

Ein zufriedenes Leben mit einer Hörschädigung ist möglich!

Was man begreift,

das fürchtet man nicht mehr...