Philosophie
Eine
Hörbehinderung stellt Betroffene vor eine völlig neue Lebenssituation.
Viele
Hörgeschädigte tun sich schwer mit der Akzeptanz ihrer Behinderung, vor allem
wenn die Schädigung im Laufe des Lebens auftritt.
Oft vergehen
von der ersten Diagnose bis zur Erstanpassung mit Hörgeräten Jahre. Und wenn
eine Versorgung erfolgt ist, hat der Betroffene oft das Gefühl, die Hörprobleme
vermehren sich, statt sich zu verringern. Denn trotz einer Versorgung mit
Hörsystemen ist der neue Höreindruck nicht selten unbefriedigend und die
Kommunikation von Missverständnissen und Peinlichkeiten geprägt. Häufig haben Betroffene sogar
das Gefühl, ohne die Hörgeräte besser zu recht zu kommen, als mit ihnen. So
landen viele Geräte da, wo sie nicht hingehören: In der Schublade.
Selbst wenn
eine Gewöhnung an die Geräte möglich ist, bleibt die Kommunikation nicht nur im
Störgeräusch unbefriedigend.
Dazu kommt,
dass das „normal“ hörende Umfeld die Folgen von Schwerhörigkeit nicht versteht
und Sätze wie: „Warum verstehst du nicht, du hast doch Hörgeräte?“ oder „ Warum
ist dir das zu laut, du bist doch schwerhörig?“ keine Seltenheit sind. Der
Betroffene fühlt sich dann oft nicht verstanden.
Wer aber von
anderen verstanden werden möchte, muss sich erst einmal selbst verstehen.
Eine aktive
Auseinandersetzung mit der Hörschädigung ist Voraussetzung für die Akzeptanz
dergleichen und den adäquaten Umgang mit den Folgen der
Kommunikationsbehinderung, die nicht nur den Hörgeschädigten, sondern auch den
Kommunikationspartner betrifft. Der Kommunikationspartner kann aber nur auf den
Betroffenen eingehen, wenn dieser in der Lage ist, seine Bedürfnisse an die
Kommunikation eindeutig zu artikulieren.
In dieser
Situation ist der Betroffene oft alleingelassen. In der Audiotherapie wird die
Lücke zwischen der medizinischen Diagnostik,
bzw. apparativen Versorgung und der neuen Lebenssituation geschlossen.
Der Betroffene lernt seine Hörschädigung und die daraus resultierenden Folgen,
sowie seine Möglichkeiten und Grenzen in der Kommunikation kennen und entwickelt
ein realistisches Selbstbild. Soziale Kompetenzen werden gefestigt und führen zu
einer besseren Gestaltung der kommunikativen und somit sozialen Situation und
dadurch zu einem besseren Lebensgefühl.
Ein
zufriedenes Leben mit einer Hörschädigung ist möglich!
Was man begreift,
das fürchtet man nicht mehr...